MadDogs schlagen die Jung-Gallier im Derby mit 35:32
Im Lokalduell mit dem HBW Balingen-Weilstetten II ist den Drittliga-Handballern des TSV Neuhausen/Filder die Revanche für die klare Hinspielniederlage geglückt. Beim 35:31(18:15)-Heimsieg war MadDogs-Spielmacher Lukas Fischer der überragende Mann mit elf Toren und zahlreichen starken Anspielen im Team von TSV-Coach Daniel Brack, aber auch seine Mitspieler zeigten durchweg eine gute Leistung. Weiter geht’s nach dem spielfreien kommenden Wochenende am Samstag, 28. März, 19 Uhr, bei der SG Pforzheim/Eutingen.
„Glückwunsch an Daniel Brack und Neuhausen zum verdienten Sieg. Es war ein geiles Spiel und hat auch zum Coachen Spaß gemacht, auch wenn ich mir ein paar Dinge anders gewünscht hätte. Der Knackpunkt war, dass Neuhausen viele Dinge im Angriff richtig gut macht, ich glaube, ich habe in der Saison noch nie so viele Tore bekommen, wo ich danach sagen muss, wenn sie das so machen, dann muss man das in irgendeiner Form so akzeptieren. Wenn Lukas Fischer und Linus Schmid das Ding in den Giebel reinschmeißen und Linus Schmid nach einer Kreuzung mit einem Schritt hochkommt und das dann auch in den Giebel reinschmeißt, dann muss man irgendwann auch mal sagen, dann hat das richtig Qualität und war heute auch mit der Leistung, nicht immer zu verteidigen. Von dem her fand ich unsere Abwehrleistung mit Abstand von ein paar Eins-gegen-eins wo wir zu tief stehen eigentlich okay. Was mich nervt sind so die unerzwungenen Fehler, wir schmeißen einmal den Ball aufs leere Tor, der Torhüter steht schon drin, wir liegen auf Boden und schmeißen den Ball weg, wir nehmen uns zwei, drei Lustwürfe als Schlagwürfe und das war in Summe, dann zu viel. Drei Kreuzungen wo wir einfach den Ball nach hinten wegschmeißen, das war für mich der Knackpunkt und mit allem anderen kann ich heute auch sehr gut Leben. Der Ball lief vor allem in der Startphase richtig gut, wir waren auf allen Positionen torgefährlich, die Jungs haben sich reingehängt und wenn ich sehen, dass ich ein Louis Mann 30 Sekunden vor Schluss bei minus vier sich in sechs Meter reinhechtet und den Ball zu verteidigen, kann man sagen, die Mentalität meiner Truppe stimmt, die Leistung hätte heute schon sehr außergewöhnlich sein müssen, dass wir heute was holen, vor allem im Angriff war das von Neuhausen richtig gut“, ist HBW-Trainer Micha Thiemann trotz der Niederlage mit der Leistung seines Teams zufrieden.
„Danke für die Glückwünsche, Micha, wir frotzeln ein bisschen, weil wir uns sehr gut kennen. Wir haben heute eine unserer besten drei Saisonleistungen abgeliefert und trotzdem ist das Spiel bis kurz vor Schluss auf Messers Schneide, was du mit dem Kader hingekommen hast, ist schon aller Ehren wert. Ich kann es nicht besser zusammenfassen, ein richtig geiles Handballspiel, von den Zuschauern, es waren vorher 100 Kinder auf dem Feld, die haben Handball gespielt, inklusive gutem Gegner, Heimsieg, viel besser hätte es nicht kommen können.
Die Filder-Handballer erzielten den ersten Treffer, danach waren aber der HBW II besser im Spiel und nutzte die Fehler des TSV zu drei Toren nacheinander. Youngster Max Böhm glich jedoch mit einem Doppelschlag zum 3:3 aus (7.). In der Folge waren die Gäste durchweg bis zum 9:11 (17.) mit ein bis zwei Toren vorne, ehe die MadDogs zunächst zum 11:11 (18.) gleichzogen und in Überzahl zum 13:11 sogar vorbei (22.). Thiemann reagierte nun mit seiner ersten Auszeit und innerhalb von 47 Sekunden war seine Truppe wieder gleichgezogen. Anschließend legten die Hausherren drei Treffer nach und konnten den Drei-Tore-Vorsprung auch bis zum Seitenwechsel halten, auch wenn sogar noch eine höhere Führung möglich gewesen wäre.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs verkürzten die Gäste auf 16:18, danach hatte der TSV allerdings einen 5:1-Lauf, den der HBW mit drei Toren in Folge beantwortete. Sie wären sogar noch näher herangekommen, hätte nicht Jorick Pol den Strafwurf von Felix Eisele entschärft. Lukas Fischer zeigte auf der Gegenseite, wie es gemacht wird und er brachte nach dem 24:21 (40.) einen weiteren Strafwurf im Gästegehäuse unter. Den nächsten setzte er dagegen neben das Tor, sein einziger Fehlwurf am gesamten Abend, und Balingen-Weilstetten kam nach einer Auszeit auf 23:25 heran (47.). Aber Fischer glänzte weiterhin, entweder als Torschütze oder Vorlagengeber und beim 28:24 (50.) waren die MadDogs wieder mit vier Treffern vorne. Beim 31:26 (54.) waren es dann sogar deren fünf und erneut legte Thiemann die Grüne Karte auf den Zeitnehmertisch. Kurios war anschließend, dass TSV-Betreuerin Susann Zsoter die zweite Neuhäuser Auszeitkarte auf den Zeitnehmertisch legte, weil Brack die Auszeit nicht nehmen wollte und sie 29 Sekunden später verfallen wäre. So gab es nun doch das Timeout und Balingen-Weilstetten verkürzte zunächst auf 28:31 und wenig später auf 30:32 (57.). Doch die MadDogs behielten kühlen Kopf und beim 34:30 war die Messe knapp zwei Minuten vor Schluss gelesen. Am Ende stand ein verdienter 35:31-Derbysieg auf der Anzeigetafel.
TSV Neuhausen/Filder – HBW Balingen-Weilstetten II 35:32
TSV Neuhausen/Filder: Prauß, Pol; T. Scherbaum, J. Sprößig, Heydecke (3), Böhm (3), Haag (6), Schmid (3), Baumann (2), Sommer (1), Fischer (11/3), Sahin (2), Keppeler, Kosak (4).
HBW Balingen-Weilstetten II: Hajdu, Bierfreund; Flad (4), van Vliet, Römer, Eisele (9/2), Milosavljevic, Bänsch (3), Banzhaf (4), Mann (6), Selinka (4), Soos (1).
Schiedsrichter: Ernst/Sippel (Fellbach/Freiburg).
Zuschauer: 500.
Zeitstrafen: Keppeler, Milosavljevic, Bänsch, Mann.
Siebenmeter: 4/3 Fischer wirft neben das Tor, 3/2 Eisele scheitert an Pol.


